Nach dem Eintretensentscheid des Nationalrates

Am 10. Dezember entschied sich der Nationalrat, entgegen der Empfehlung der nationalrätlichen Gesundheitskommission, auf Eintreten zum bundesrätlichen Änderungsvorschlag des Betäubungsmittelgesetzes. Dieser Entscheid macht nun den Weg frei für eine Gesetzesänderung, so wie sie vom Bundesrat vorgeschlagen wurde. Allerdings können die Räte noch Korrekturen, aber auch einschneidende Veränderungen anbringen. Diese würden die Ratifizierung des Gesetzes wieder verzögern. Es ist zu hoffen, dass das nicht exzessiv geschieht. Es ist mehr zu hoffen, dass diesem Beschluss eine hohe Dringlichkeit zugestanden wird.

Wie geht es aber weiter mit Cannabis? Sollten der Experimentierartikel und die erleichterte Verschreibung vom Parlament durchgewinkt werden, so ist Cannabis im Betäubungsmittelgesetzt noch immer bei den «Verbotenen Substanzen» aufgeführt. Dies erschwert jegliche Bemühungen zu einer normalen Reglementierung und Liberalisierung der Pflanze. Der Verkauf und die Anpreisung von Cannabis ist und bleibt erschwert. Die vielen Schweizer Cannabis-Kleinfirmen und Start-Ups befinden sich im Vergleich mit den meisten ausländischen Firmen im Nachteil und können den Anschluss verpassen.

Die Parlamentarier sind deshalb gebeten:

  • Die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen prioritär zu behandeln und ohne grundlegende Änderungen zu ratifizieren.

  • Mit einer Gesetzesinitiative im Betäubungsmittelgesetz Cannabis aus den «Verboteten Produkten» zu streichen.

  • Swissmedic anzuleiten, Cannabis als bewährte Heilpflanze anzusehen und für leichte Indikationen Erfahrungsberichte zu akzeptieren und nicht überall klinische Studien zu erwarten.

Durch solche Massnahmen würden die hohen Ziele für eine gezielte medizinische Anwendung und für Präventionsmassnahmen im rekreativen Bereich bedeutend erleichtert und erreichbar gemacht. Zu überlegen ist, ob auch ein separates Cannabis-Gesetz notwendig ist. Es ist aber durchaus möglich, dass die bestehenden Gesetze, das Betäubungsmittelgesetz, das Heilmittelgesetz und die Vorschriften im Lebensmittelbereich für die Reglementierung genügen. Hier sind die Juristen gefordert.

Zürich, 3. Januar 2020

Albert Ganz, Präsident des Fachzirkeln Cannabis

Verhinderung von Cannabis-Projekte durch die nationalrätliche Gesundheitskommission

 

Gegen ende November 2109 entschied die Gesundheits-Kommission des Nationalrates im Verhältnis 11:11 mit Stichentscheid des Präsidenten den Vorschlag des Bundesrates, wissenschaftliche interurbane Projekte zur Erforschung der sozioökonomischen Bedeutung von und Ursachen Cannabis-Konsum zur Ablehnung, beziehungsweise zu Nichteintreten zu empfehlen.

Es stellt sich für interessierte Mitmenschen die Frage, was solche unzeitgemässen Entscheide verursachen. Sind es gemachte Meinungen und Vorurteile zur Wirkung von Cannabis? Nun die Medizin ist keine genaue Wissenschaft, die Erfahrungen sind sehr häufig empirisch und nicht immer genau. Deshalb können medizinische Therapien und Empfehlungen hinterfragt und korrigiert werden. Deshalb müssen die Empfehlungen stets überprüft werden.Gerade in der Forschung werden oft unverständliche Fragen gestellt. Aber den Menschen zeichnet es aus, dass er nicht nachgeben will, über den Tellerrand schaut und sich fragt, was sich hinter dem Horizont befindet. Gerade die Forschung zu sozioökonomischen Fragen und zum Suchtverhalten können die Gesetzgebung massgebend beeinflussen und erreichen, dass die Behörden korrekt und den Umständen entsprechend reagieren.

Cannabis wurde lange Zeit verteufelt und mit Bann belegt. Nun wird langsam das grosse medizinische Potential, das die Inhaltsstoffe der Pflanze haben, sichtbar.  Was und wieso eine Abhängigkeit eintritt ist nicht genau nachvollziehbar und sollte abgeklärt werden. Viele Länder haben das begriffen, dass rein mit restriktiven Massnahmen nichts erreicht wird und erleichterten oder gaben den Zugang zu Cannabis sogar ganz frei.

Die Schweiz als führendes Pharma-Land sollte beim medizinischen Einsatz von Cannabis in der Forschung mitmachen und Wirkungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Beeinflussungen von Cannabis Inhaltsstoffen untersuchen.

Der Fachzirkel Cannabis ist überzeugt, dass der Nationalrat an seiner Sitzung vom 10. Dezember den unverständlichen Entscheid der Gesundheitskommission umstösst, Eintreten auf den Änderungsentwurf beschiesst und es so ermöglicht, dass 2020 mit den interurbanen Projekten begonnen werden kann.

 

Zürich, 3. Dezember 2019

Albert Ganz, Präsident des Fachzirkels Cannabis Schweiz

Gehaltsprüfung von in der Schweiz erhältlichen CBD-Produkte zeigen grosse Qualitätsunterschiede

Der K-Tipp untersuchte die im Handel erhältlichen CBD-Oele und Extrakte, die für die Einnahme durch den Mund angepriesen werden:

Der Link zum Artikel:

https://www.ktipp.ch/tests/produktetests/detail/artikeldetail/ein-drittel-der-hanf-oele-enthaelt-zu-wenig-wirkstoff/

Für die Apotheken ist es unverständlich, dass so viele Produkte solch grosse Abweichungen zu den Angaben auf der Packungen aufweisen.

Für die Apotheken sind aber nicht nur die Gehaltsprüfungen wichtig - die Apotheken erwarten eigentlich, dass die ihnen angebotenen Produkte wenigstens den korrekt angeben - auch folgende Angaben sollten zugänglich sein:

  • Herkunft der Pflanze

  • Qualitätskontrolle auch auf Schadstoffe (Pestizide, Herbizide, Insektizide usw.)

  • Nachweis des Extraktionsmittels

  • Spektrum der Cannabinoide

  • Gesamtextrakt oder Teilextrakt

  • Extraktionsmethode

Sollten Cannabis-Produkte legalisiertt werden, dann können sie bei Swissmedic auch mit Indikationen angemeldet werden. Diese erwähnten Nachweise wären dann garantiert. Bis zu diesem Zeitpunkt muss sich der Verkäufer selber absichern.

Albert Ganz, November 2019

Preiszusammenbruch bei CBD

Was schon lange befürchtet wurde, ist schneller als erwartet eingetroffen: Der Preis bei CBD-Produkten ist massiv eingebrochen. Es wird vermutet, dass 20% der neuen Händler und Produzenten diesen Preiszerfall nicht überstehen werden. 

Ich persönlich nehme an, dass einzig die medizinische Anwendung von Cannabis-Produkten ein Potential besitzt. Die rekreative Anwendung von Cannabis, auch mit tiefem Delta-9-THC wird mit Sicherheit von Tabak-Grosskonzernen dominiert werden, die ja bereits jetzt ihr Geschäft mit der Abhängigkeit machen und die Möglichkeit besitzen, Konkurrenten mit Dumpingpreisen auszuhungern.

 

Ein sehr aufschlussreicher Artikel erschien in der NNZ:

https://epaper.nzz.ch/#read/6/Neue%20Z%C3%BCrcher%20Zeitung/2019-07-24/14

Albert Ganz, Juli 2019

 

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